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Markt04. Juni 2026

Panini verliert NFL-Exklusivlizenz und tritt in die reine Gewerkschafts-Ära ein

Zum 1. April 2026 endet Paninis NFL-Lizenz – nach dem Verlust der MLB- und NBA-Rechte fällt damit die dritte große US-Liga an Fanatics. Künftig darf Panini nur noch Spieler abbilden, mit denen Einzelverträge bestehen, jedoch ohne Team-Logos, Helme oder Vereinsfarben. Eine über 15 Jahre währende Vormachtstellung endet.

Mit dem Stichtag 1. April 2026 läuft Paninis Lizenz für offizielle NFL-Sammelkarten aus. Damit verliert das italienische Unternehmen nach den MLB-Rechten (ab 2023) und der NBA-Exklusivität (Oktober 2025) auch die dritte der großen US-Ligen an Fanatics. Fanatics produziert die offiziell lizenzierten Football-Karten künftig unter der Marke Topps und stützt sich dabei auf langfristige Verträge mit den Ligen und ihren Spielergewerkschaften.

Den Hintergrund bildet ein über Jahre angelegter Strategiewechsel: Fanatics sicherte sich die Rechte direkt bei Ligen und Verbänden und räumte unter anderem der NFLPA, der NBPA und der MLBPA Beteiligungen am eigenen Sammelkartengeschäft ein. Bereits 2023 kündigte die Spielergewerkschaft NFLPA ihren Vertrag mit Panini; parallel laufen wechselseitige Klagen, in denen Panini Fanatics ein Monopol vorwirft, während Fanatics seinerseits Vorwürfe wegen unlauteren Verhaltens erhebt.

Panini verschwindet nicht vom Markt, tritt aber in eine Phase ohne Liga-Lizenz ein. Karten einzelner Stars bleiben möglich, sofern Einzelverträge mit den Spielern bestehen – allerdings ohne Team-Logos, Helme oder Vereinsfarben. Dieses Modell entspricht dem, was Panini im Oktober 2025 mit seinem ersten unlizenzierten NBA-Produkt vorführte: Spielerrechte über die Gewerkschaft, aber keine Team-Kennzeichen. Beobachter verweisen auf Upper Deck, dessen unlizenzierte Baseballkarten nach 2009 meist deutlich günstiger gehandelt wurden.

Erhalten bleiben Panini die Rechte an der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 und 2030, eine WNBA-Partnerschaft sowie College-Lizenzen. Für die US-Sportkartenbranche endet dennoch eine Ära: Panini wechselt von der zentralen Position der vergangenen anderthalb Jahrzehnte an den Rand des Geschäfts.

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